Pressemitteilungen

 

Eichsfelder im Rausch der fünften Jahreszeit


„Lieber Gammelfleisch essen als Karneval vergessen!" Mit diesem Motto eröffnete Frank Wilhelm, Präsident des Batterschen Karneval-Vereins, die fünfte Jah- reszeit. Die erste Sitzung der Batterschen Schnallenköpfe, wird auch gleichzeitig als Generalprobe für das Hauptwochenende genutzt. Seit 56 Jahren gibt es den Verein. In Breitenworbis ist es zur Tradition geworden, die politischen Ereignisse des vergangenen Jahres bis in kleinste Detail aufzuarbeiten. Da blieb bei so manchem Jecken kein Auge trocken, und viele der Karnevalfans hatten Bauchschmerzen vor Lachen. Als Urgestein der Sitzungen bezeichnen die Breitenworbiser liebevoll Helmut Grimm als Professor Schnallenkopf und Bernd Löffler mit Gesang. Besondere Freude brachte Gerhard Fiedler, Präsident des Birkunger Karneval-Vereins, als Koch. Am meisten freuen sich die Schnallenköpfe auf den bevorstehenden Kostümball, der am 3. Februar mit der Band Timeless stattfindet.

Zwischendurch auch einmal nur als Achterrat: das närrische Präsidium in Battern.

Blick 30.01.2008

 

START: Die ersten Büttenabende fanden am Wochenende unter anderem in Breitenworbis, Geisleden und Silkerode statt. Seine Bildung nach jahrelanger Lektüre der Bild-Zeitung vermittelte Opa Horst Grimm beim Batterschen Karneval dem Enkel.

Battern bebte


EICHSFELD. Terrorismus, Lokführerstreik und Nichtraucherschutzgesetz, der Bahnhof in Gernrode und die Trinkfreudigkeit der Geisleder Kirmesburschen - der Karneval im Eichsfeld geht auf die Zielgeraden. TA berichtet von den ersten Büttenabenden in Breitenworbis, Geisleden und Silkerode."Lieber Gammelfleisch essen als Karneval vergessen", dieses nette Motto haben sich die Breitenworbiser in diesem Jahr ausgedacht. Wie gewohnt, boten sie ein anspruchsvolles Programm, ließen ihre Nachbarn aber nicht ungeschoren. Auf liebevolle Weise wurden Kirchworbiser, die Gernröder und die Ascheröder, die ja eigentlich schon zu Breitenworbis gehörten, verulkt.Aus dem "aufregenden" Leben eines Handwerkers berichtete Karl Frixel. "Der deutsche Lehrling bewegt sich so wenig, dass die Ärzte Thrombosestrümpfe vorschlagen", sagte er. Von einem Schnupperkurs für straffällige Jugendliche in Gefängnissen erfuhren die Zuschauer, die traditionell nicht verkleidet waren, ebenso. Dass die Lokführer streiken, habe wohl was damit zu tun, dass der Bahnhof Niederorschel jetzt Gernrode heiße, und überhaupt gehe der Gernröder ja nicht ohne Gesangbuch auf die Straße, wurde verlautet. Jeweils versehen mit einem Tusch der Band "Timeless". Den hier als etwas geizig verschrieenen Kirchworbisern empfahlen die Schnallenköppe, beim Ventilator die Flügel zu entfernen, um Strom zu sparen. Wer das ganze Programm sehen will: Für den Büttenabend am 25. Januar gibt es noch Karten, Rufnummer (036074) 9 36 93.

Thomas MÜLLER

TA 14.01.2008

 

"Von Wilhelm Pieck bis Angela"

Ein Hochgenuss: In Gesang und Wort begeisterten Klaus Hohlbein (r.) und Wilfried Eiselt als Adolf und Friedchen, Breitenworbis. (tlz) So alt wie der Breitenworbiser Karneval ist, so viele Jahre zählt auch er: der Baron von "Witzenbattern". Lange hatten ihn die Narren und Närrinnen des Ortes nicht mehr in der Bütt gesehen. Doch am Samstag strapazierte er beim zweiten Büttenabend des Batterschen Carnevalclubs (BCC) wieder die Lachmuskeln des Breitenworbiser Faschingspublikums. Seit 55 Jahren besteht die Faschingstradition in diesem Jahr, "was uns Grund zum Feiern gibt", steckte der Präsident Frank Wilhelm die Marschroute für die kommenden Wochen bereits auf der Premierensitzung 2007 ab. Getreu dem Motto "55 lange Jahr - von Wilhelm Pieck bis Angela", waren die Akteure des Abends in Wort und Sang nicht verlegen, Politik, den ein oder anderen Skandal des vergangenen Jahres und noch mehr aufs Korn zu nehmen. Und so erkannte der Baron von Witzenbattern, alias Karl Frixel, dass er seinen Ruhestand sicher nicht im Altersheim erleben, sondern lieber auf dem Kreuzfahrtschiff Aida verbringen möchte. "Da lebe ich 50 Euro pro Tag billiger", rechnete er im wieder ausverkauften Gemeindehaus vor - der Gesundheitspolitik sei es gedankt. Aus einer ganz anderen Welt, aber mit ähnlichen Meinungen, kehrten die "Yedi-Ritter" zurück nach Breitenworbis. Lothar Buchhardt, Gerhardt Kohl und Albrecht Fischer (Hendrik Winter) hatten erkannt: Die Politiker sind einem Größenwahn verfallen, sei es der Steuerwahn der Bundeskanzlerin oder der Luxuswahn des Ministerpräsidenten - zwei große Limousinen würden es zeigen.

Doch auch flott auf den Beinen präsentierten sich die Aktiven ihrem begeisterten Publikum. Das Ballett "Fünkchen" zeigte zum Hit "Black or White" eine Vorstellung mit artistischen Tanzeinlagen. "Das alles haben die sechs Mädels ohne Hilfe einstudiert", lobte Wilhelm die Nachwuchstänzerinnen, die dem Funken-Ballett unter Leitung von Manuela Schmidt in nichts nachstanden.

Überhaupt war jeder Büttenredner, Tänzer und Sänger auch am Samstag wieder eine Attraktion für sich. Die Vielfalt des Dargebotenen übertraf die Vorstellungskraft so einiger im Publikum. "Ich bin überrascht vom ganzen Einfallsreichtum", war Wilhelm am Ende voll des Lobes und wird es wohl noch weitere drei Mal in diesem Jahr - und zur Hoffnung der zahlreichen Jecken im Ort auch in den kommenden Jahren - sein dürfen. Denn genauso oft laden die Jecken des BCC - ihm zu gratulieren waren auch die Karnevalisten aus der Nachbarstadt Worbis am Samstag gekommen - noch zu ihren Büttenabenden. Und geht es beim BCC in dieser Vielfalt weiter, werden "Friedchen und Adolf" (Klaus Hohlbein und Wilfried Eiselt), die in ihrem Beitrag u.a. erkannten, dass es bergab geht, wo man hingeht, widerlegt. Denn weiterhin für Furore wird der 70 Mitglieder zählende Verein in der Eichsfelder Karnevalsszene sorgen, in der sich die Breitenworbiser als eine der Hochburgen etabliert haben.

TLZ 28.01.2007 Von Fabian Klaus

 

Mit spitzer Zunge ins Jubiläum

Batterscher Karneval feiert 55-jahriges Bestehen / Festumzug soll Höhepunkt werden

In vielen Breitenworbiser Garagen wird derzeit eifrig gebaut und geplant, gebastelt und getüftelt. Bis zum 18. Februar ist noch einiges zu tun.Dann soll ein bunter Wagentross durch die Gemeinde rollen. Anlass ist, wie regelmäßig alle fünf Jahre begangen, der Geburtstag des Breitenworbiser Carneval Vereins. Der BCC feiert in diesem Jahr sein 55-jahriges Bestehen. Und begonnen hat vor 55 Jahren auch alles mit einem Umzug.

Von Claudia NOLTE

BREITENWORBIS.
Es war 1952, als sich in Breitenworbis die ersten Frohnaturen formierten, um einen Rosenmontagszug durch den Ort zu planen. Von dem bunten Treiben ließ sich ein Mann begeistern, der schnell zum aktiven Förderer und ersten Elferratspräsidenten von Battem wurde. Dr. Michael Hennes führte von da an die Geschicke des Vereins. Eine neue Tradition war geboren, auch wenn die Anfangsjahre nicht leicht waren. Trotz der schwierigen Umstände Anfang der 1950er-Jahre entwickelte sich schon die Saison 1953/54 zu einem Jahreshöhepunkt in der Gemeinde. Maßgeblichen Anteil daran hatten das Prinzenpaar Maximilian I. und Karin I., das bei zahlreichen begeisternden Büttensitzungen den Vorsitz hatte und auch den ersten großen Rosenmontagszug anführte.

Aus Berichten der damaligen Zeit ist bekannt, dass mancher Kamevalsfreund sogar bis zu 20 Kilometer Fußmarsch auf sich nahm, um die Umzüge zu bestaunen. Doch auch mit ihren Elferratssitzungen machten sich die Schnallenköppe schon in den Anfangsjahren einen Namen. Von 1957 bis 1963 gab es in Anbetracht des Kalten Krieges nur Frohsinn auf Sparflamme. Ab 1964 aber blühte der Battersche Karneval erneut auf. Das Narrenvolk schrieb sich See- und auch Raumfahrt, das Zooleben oder das wilde Treiben in der Räuberhöhle auf die Fahnen. Karneval etablierte sich als fester Bestandteil im Gemeindeleben.

Einen markanten Entwicklungsschub markiert das Jahr 1975. in dem Paul Wand zum Präsidenten des Vereins gewählt wurde. Er sollte insgesamt 27 Jahre lang die Geschicke des BCC leiten, und in dieser Zeit entwickelte sich die fünfte Jahreszeit in Breitenworbis zum kritischen Politkarneval. Die geistigen Seitenhiebe, meist im Grenzbereich der staatlichen Überwachung, wurden vom Publikum mit tosendem Beifall belohnt. Eintrittskarten gab es damals nur noch von Hand zu Hand. Diese Entwicklung der Batterschen Programmgestaltung fand in den Jahren vor der Wende ihren Ausdruck in politsatirischen Saisontiteln wie „Battem - eine bleibende Festung" (1983), „Wir lassen uns das Klima nicht vermiesen" (1985), „Vorsicht, frisch gestrichen" (1986), „Battersche Spitzen-Technologen" (1987) sowie „Lasst uns leben" (1989).

Auch wenn es damals oft schwer war, das eigene Programm gegenüber staatlichen Kontrolleuren durchzuboxen, muss mancher Akteur eingestehen, dass es in der Folge selten so leicht war, Zündstoff für das satirische Feuerwerk zu finden. Seit Mauerfall und Wiedervereinigung galt es, unter den veränderten Bedingungen das hart erarbeitete Image des Vereins als politsatirische Hochburg weiterzuentwickeln. 1991 riefen die Batterschen das Motto „Von der Sichel unter'n Hammer" aus. 1995 hieß es kurz und knapp „Wieder verwählt" und 1998 warnten sie Freunde und Kritiker: „Vorsicht, bissiger Mund". Die lang ersehnte Sanierung des Gemeindesaals brachte 1998 dem BCC und seinem treuen Publikum beste Rahmenbedingungen für das Kamevalfeiern in der Batterschen Narrhalla. Ein Prinzenpaar gibt es heute nicht mehr, treu geblieben ist dem Verein aber die Galionsfigur des Batterschen Karneval, der Schnallenkopp, stets gemimt von Helmut Grimm. Und seit sechs Jahren ist die Faschingszeit um einen weiteren Höhepunkt reicher. Die Frauen haben sich ihr Refugium erkämpft, übernehmen zum Weiberfasching Saal, Elferratsplätze und Butt und stehen ihren männlichen Kollegen in Sachen satirischer Bissigkeit und humoristischem Talent in nichts mehr nach.

Den bis jetzt letzten großen Umzug gestalteten die Breitenworbiser im Jubiläumsjahr 2002. Zum 50. Geburtstag des Vereins endete auch die 27 jährige Präsidentschaft von Paul Wand. Unter dem Motto „Neue Besen kehren heiter weiter" führt nun seit 2003 Frank Wilhelm den BCC an. In diesem Jahr zieht der Verein unter dem Motto „55 lange Jahr von Wilhelm Pieck bis Angela" eine Bilanz des Jubiläumsjahres mit der Schnapszahl. Mit insgesamt fünf Sitzungen und dazu Kinder-, Senioren- und Weiberfasching haben die Batterschen Narren zum Jubiläum wieder einen vollen Terminkalender. Höhepunkt, soll aber der Festumzug am 18. Februar sein. 40 Wagen sind bereits gemeldet, und man darf gespannt sein, was die Narren kommentieren.


NÄRRISCHES URGESTEIN: Mit tollen Programmen begeisterten die Batterschen
Kamevalisten stets ihr Publikum. Für Stimmung sorgten unter anderem die Hofsänger.

TA 25.01.2007

 

Auf den Punkt gebracht

Am Thema Karneval scheiden sich ja bekanntlich die Geister. Die einen können den Start in die fünfte Jahreszeit kaum erwarten, den anderen graut nur vor dem närrischen Treiben. Was die Batterschen Schnallenköppe in ihrer Jubiläumssaison aber auf die Beine gestellt haben, das dürfte auch Karnevalsmuffel begeistern.

BREITENWORBIS (cn). Politisch, sarkastisch, trocken, manchmal derb, aber immer auf dem Punkt, machen die Batterschen Narren klar, warum ihr Saal seit Jahrzehnten ausverkauft ist. Seit 55 Jahren wird in Breitenworbis Fasching gefeiert, stets mit scharfer Zunge, aber auch immer mit einem Augenzwinkern für das eigene Tun. Gerade die kritischen Beiträge zu DDR-Zeiten, das Spiel an der Kante des Machbaren, brachte den Breitenworbisern Anerkennung, auch bei anderen Eichsfelder Vereinen. Und es gelang, den Blick zu behalten für das, was im Jahr bewegt hat. Gesundheitsreform und Fußballweltmeisterschaft, Casting-Shows, die Medienwelt und Gewalt an Schulen, alles findet sich verpackt in Reim, Sketsch oder Lied wieder. Manchmal so geschickt, dass man die Anspielung erst beim zweiten Nachdenken erkennt, manchmal aber auch so staubtrocken präsentiert, dass einem das Lachen fast im Halse stecken bleiben möchte. Eigentlich ist die erste Sitzung in Breitenworbis ja eine Art öffentliche Generalprobe. Danach wird üblicherweise gekürzt und gestrichen und noch ein wenig gefeilt. Das dürfte den Aktiven diesmal reichlich schwer fallen. Bei den nächsten vier Sitzungen, jeweils an den kommenden Samstagen, werden sie wieder um die Gunst des Publikums ringen. Vielleicht ist Präsident Frank Wilhelm dann wieder so gerührt von der Stimmung im Saal, wie er es Samstagabend eingestand. Saisonhöhepunkt ist der Festumzug am 18. Februar, zu dem schon 40 Motivwagen gemeldet sind.

TA 22.01.2007

 

Tacheles in der Bütt

BREITENWORBIS. Die gute Laune reichte am Samstagabend bis in die hintersten Reihen, als der Breitenworbiser Carnevalsclub (BCC) im Gemeindesaal alle Register karnevalistischer Narreteien zog. Bis nach Mitternacht dauerte das schwungvolle Programm. Und der BCC verspricht für die laufende Session noch viel mehr."Die Politik eiert, der BCC feiert" stand in riesigen Buchstaben hoch über dem Auditorium. Geschmackvoll war auch der Saal selbst geschmückt, ohne viel Firlefanz, doch mit dem großen Pleitegeier an exponierter Stelle. Und das hat sich der BCC auch auf die Fahnen geschrieben: "Bei uns steht weniger der Ulk im Vordergrund, sondern eher der politische Karneval", erklärt Frank Wilhelm, Präsident von Verein und Elferrat in Personalunion. Die Generationen ab etwa 40 kennen sich in der aktuellen Politik aus, doch bei den Jüngeren vermisse er oft die Lust, sich mit gesellschafts- und weltpolitischen Dingen auseinander zu setzen. Und gerade hier wolle man beim BCC ansetzen, mit dem Programm die jungen Menschen animieren, sich mehr für die Welt und großen Zusammenhänge zu interessieren.

Das taten die Akteure auf der Bühne am Samstagabend ausgiebig. Natürlich jagte ein Kalauer den anderen, doch immer wieder gab es deftige Seitenhiebe auf Bundesregierung und Dorfquerelen. Weltpolitisch war natürlich George Bush Zielscheibe des Spotts. Engel und Teufel fragten, wie denn wohl Bushs Nachtgebet laute. "Lieber Gott, erfüll´ mir eine Bitte und entferne Merkel und Blair aus meines Arsches Mitte", lautete die Antwort unter rasendem Gelächter im Saal.

Schlag auf Schlag jagte in Breitenworbis ein Höhepunkt den anderen, egal ob Wetterfrosch, ein alkoholisierter Frauenversteher, die Stammtischbrüder oder der Schnallenkopf die Bütt enterten oder die Garden die Bühne zum Beben brachten. Großartig war auch die Vorstellung der Gebrüder Batterns, die zum ersten Mal auf der Bühne standen und die Goldene Bierflasche verliehen, zum Beispiel an Howard Chickendale, die drei Tenöre, eine Babyband oder einen phlegmatischen Penner, der die Auszeichnung für sein Charisma bekam.

Den karnevalistischen Höhepunkt wollen die Batterschen am großen Faschingswochenende erreichen. Da reicht der Reigen von Weiberfasching über Prunksitzung bis hin zu einem kleinen Ständchen bringen und zum Kostümball. Außerdem bereitet man sich schon auf das 55. Bestehen des BCC im kommenden Jahr vor.

Howard Chickendale sorgte fast für Zwerchfellrisse, als er im Schweiße seines Angesichts die Bühne erklomm, um die Goldene Bierflasche in Empfang zu nehmen. TA-Foto: S.TISMER

TA 06.02.2006

 

Die Narren betreiben stichfeste Wahlanalyse
54. Saison: Die Politik aufs Korn genommen
Breitenworbis. (tlz/ct) Die in Berlin regierende Große Koali¬tion ist in aller Narren Munde. Breitenworbis steht dem nicht nach. „Wenn Euch etwas fehlt, das habt Ihr selbst gewählt." Für Helmut Grimm stand am Samstag fest: Der Wähler hat das Kreuz gemacht, nun muss er das Kreuz auch selbst tragen. Der als Schnallenkopf bekannte Büttenredner bedauerte, dass der Bayrische Ministerpräsi¬dent Edmund Stoiber nicht als Finanzminister in die Regie¬rung gewechselt war: „Er hätte die Schulden gut abstottern können." (in Anlehnung an die abgehakte Redeweise Stoibers) Stattdessen fuhr der CSU-Vor¬sitzende zum Papst. Im Vatikan wurde er nicht heilig, „höchs¬tens scheinheilig" gesprochen. Über die in Oppositionsreihen sitzenden Grünen wusste Grimm: Nun würden keine teu¬ren Windräder mehr gebaut, „wo sich kein Wind dreht".
Beim Karneval in Breitenworbis wird Klartext geredet - in niveauvollen und gehaltvol¬len politischen Büttenreden. Dazu passt das diesjährige Mot¬to „Die Politik eiert, der BCC feiert". Präsident Frank Wil¬helm sieht das Thema pragma¬tisch: „Die Menschen erwarten nun konkrete und richtungs¬weisende Schritte." Mit den po¬litischen Büttenreden wolle man Anstoß zum Nachdenken geben und leiste damit politi¬sche Aufklärungsarbeit. „Doch die Mischung im Programm macht es", so Wilhelm. So tra¬ten u.a. die Stammtischbrüder, (Claudia Kesting und Birgit He¬bestreit), der Grünspecht (Elger Kohlstedt) und der „alkoholi¬sierte Frauenversteher" Stefan Bischleb auf. Mit gekonnten Tanzeinlagen begeisterten die Balletts. Der Verein begeht die¬ses Jahr seine 54. Saison.

Verhaftet und zum Thekengang verurteilt wurde Dennis Schneppe. Weit mehr als 60Mitwirkende gestalteten am Samstag den zweiten (von fünf) Büttenabend in Breitenworbis.

TLZ 31.01.2006

 

"Hartz IV zwischen Sorge und Elend"
Breitenworbis. (tlz/ct) Als Helmut Grimm erstmals von Hartz IV erfahren hatte, kam dem Breitenworbiser keineswegs eine Arbeitsmarktreform in den Sinn. Er vermutete hinter dem Begriff vielmehr einen Landstrich im Harz zwischen S(Z)orge und Elend(e). Grimm verkündete auch, dass Bundesfinanzminister Hans Eichel Kirchworbis besuchen wolle, "um zu lernen, wie man Geld sparen kann" (weil den Kirchworbisern nachgesagt wird, sie seien geizig). Außerdem gab das Elferratsmitglied, besser bekannt als "Schnallenkopf", zu bedenken, wenn alle Arbeitslosen auf die Straße gingen, "wer soll dann mein Bad fließen?" Und er fragte sich: "Lebt es sich ohne Bananen schlechter als ohne Arbeit?"

Seinem Ruf, einen niveauvollen politischen Karneval zu veranstalten, ist der Ort auch in dieser Saison - die 53. - wieder gerecht geworden. Auf der zweiten von insgesamt sechs Sitzungen belohnte am Samstagabend ein begeistertes Publikum die Akteure mit reichlich Beifall. Seit Mitte November bastelteten die Karnevalisten am Programm, studierten Tänze, Sketsche und Büttenreden ein. Der Verein - 1952 gegründet - gehört mit zu den ältesten närrischen Vereinigungen im Landkreis. "Und wir haben durchgängig gefeiert", betonte Pressesprecher Wilfried Eiselt. Zu DDR-Zeiten war das nicht immer einfach, wurde so manche Büttenrede zensiert und erhielten Redner auch Vorladungen. An ein Lied aus jener Zeit erinnert man sich noch gern zurück: "In unserem Staate, wo die Freiheit wohl grenzenlos ist..."

TLZ 23.01.2005

 

Schritt auf die Bühne
Tosender Applaus nach einem fast fünfstündigen Programm. Die Premiere ist gelungen. Doch welche Arbeit für die zahlreichen Akteure hinter den Kulissen nötig war, um dem Ruf des Batterschen Karnevals Samstagabend auch in der 53. Saison gerecht zu werden, das können nur wenige der begeisterten Gäste erahnen.

BREITENWORBIS (cn). Zu spüren war die Erleichterung des Vorstandes des Batterschen Karnevalvereins. Denn trotz vieler Veränderungen war der Saisonauftakt ein voller Erfolg. Wie in jedem Jahr stellte sich auch im vergangenen Herbst für die Verantwortlichen wieder die Frage: Wer würde mitmachen, mutig genug sein, sein karnevalistisches Talent auf der Bühne unter Beweis zu stellen? Und obwohl einige Traditionsgruppen in diesem Jahr nicht mehr auf der Programmliste zu finden sind, überzeugt das Narrenvolk vom Rhin wieder mit einer bunten Mischung aus Sketchen, Gesang, Tanz und Wortwitz. Und eines wurde klar. Über Nachwuchsprobleme muss der Breitenworbiser Verein zumindest vorerst nicht klagen. Zahlreiche neue Gruppen wagten den Schritt auf die Bühne und wurden dafür mit Beifall belohnt.

Doch nicht nur zahlreiche Jugendliche entdeckten ihr Herz für die fünfte Jahreszeit. Zur Freude des Vorstandes steigt auch von Jahr zu Jahr der Anteil weiblicher Akteure. "Die meisten von ihnen haben bereits beim Weiberfasching gezeigt, was sie drauf haben und begeistern nun auch bei unseren Sitzungen", freut sich Präsident Frank Wilhelm. Nach der gelungenen Auftaktveranstaltung können nun er und die mehr als 80 Vereinsmitglieder etwas gelassener den noch anstehenden Veranstaltungen bis zum Kostümball am Rosenmontag entgegensehen.

Die sechs ausstehenden Sitzungen sind fast vollständig ausverkauft, lediglich für die Freitagtermine sind noch einige Karten zu ergattern. Auch für die hofft der Verein noch auf Abnehmer und auf viele Gäste, denn neben dem närrischen Treiben wollen die Karnevalisten auch die ernsteren Themen des Alltags nicht vergessen. Der gesamte Erlös aus den Garderobeneinnahmen soll den Flutopfern zu Gute kommen.

TA: 17.01.2005

„Ich bin ein Narr- holt mich nicht raus“
…gleichsam der Herzenswunsch der Batterschen Schnallenköppe, wurde zum Motto der diesjährigen, 53. Session des Batterschen Carneval Club 1952 e.V. gewählt. Im Gegensatz zu denen, die rausgeholt werden wollen und dafür auch noch Geld kriegen, geben wir unser Geld aus, um drin zu bleiben….
Das ist „ Battersche Logik“ und diese wird unseren treuen Gästen wärend der Sitzungen am 15.1./ 22.1./ 28.1./ 29.1./ 4.2./ 5.2. ganz nahe gebracht.Und am 7.2. lassen wir Eichel, Eichel sein, den 4. Har(t)z da wo er hingehört, unsere Sorgen bei denen die Sie haben wollen und feiern mit Euch den Rosenmontag. Der BCC 1952 e.V. lädt herzlich ein und grüßt alle „Alten“ und „Neuen“ (frei nach G.W. Busch) Gäste mit einem dreifach donnernden „Battern Helau“.
12.2004

 

Alte Besen kehren heiter weiter
Zwerchfellattacken beim Batterschen Karneval garantiert

Alles ist neu beim Batterschen Karneval: Vorstand, Elferrat, die Band und sogar der Gastwirt. Unverändert aber bleibt auch in der 51. Saison des Batterschen Carnevalclub (BCC) ein Programm, bei dem Zwerchfellattacken und karnevalistische Hochstimmung garantiert sind.
Traditionell eröffnete auch in diesem Jahr nach dem Einmarsch von Elferrat und Garde, der Schnallenkopp als Leitfigur des BCC die Bütt mit aktuell-politischer Brisanz. Auch in weiteren Programmpunkten werden die Politiker aufs Korn genommen und so manche Regierungsentscheidung in Frage gestellt. Außerdem bieten die Gemeindemission und das Kanzlerduell allerhand Diskussionsstoff. Ein gelungenes Schlussbild liefern in diesem Jahr die Stars der Volksmusik, die sich zum Ende des vierstündigen Programms zu einer außergewöhnlichen Interpretation der Backstreet Boys hinreißen lassen.
Keine Sorgen muss man sich im BCC um den Nachwuchs machen. Sowohl die Tanzgruppen als auch die Söhne Batterns überzeugen mit Kreativität, Witz und kamevalistischem Talent und können so manchem Großen die Show stehlen. Dass das Konzept des Batterschen Karnevals auch in diesem Jahr aufgeht, zeigen die bereits ausverkauften Sitzungen. Sogar über eine Zusatzveranstaltung wird schon nachgedacht.
TA 28.1.2003

 

Karneval in Battern: Je oller - je doller
EICHSFELD. Eigentlich dienen Schirme beim Faschingsumzug dazu, die Kamellen besser auffangen zu können. Gestern aber mussten die Bonbons von der Straße aufgelesen werden, denn die Schirme blieben oben. Aber die Akteure und Zuschauer der Umzüge in Breitenworbis hielten tapfer durch, riefen ihr "Helau" und ließen sich die Stimmung von Wind und Regen nicht vermiesen. Schließlich waren wochenlang sämtliche Toreinfahrten im Dorf mit Karnevalswagen blockiert gewesen. Und dieser Aufwand musste sich doch lohnen.
Gut 70 Bilder waren in Breitenworbis beim Jubiläumsumzug zu bestaunen. Der Elferrat des Batterschen Carnevalclubs fuhr in einem Wa(h)lfänger durchs Dorf. Vorweg die Geburtstagstorte zum 50. mit der Aufschrift "Je oller - Je doller". Der BCC lud in einem riesigen Flugzeug zur Traumreise ins All ein. Flüge starten täglich vom Landeplatz der A 38, witzelten die Breitenworbiser über den Piloten, der hier kürzlich landete. Als dankbares Thema erwies sich auch die Pisa-Studie. Der schiefe Turm tauchte im Umzug gleich zweimal auf. Nicht ungeschoren blieb der "Abzockerverband" Wipper-Ohne wegen seiner "Regensteuer". Die Breitenworbiser machten sich Gedanken, wie noch mehr Geld zu holen ist und gründeten den Batterschen Frischluft-Zweckverband. Ein Teufelswerk sehen sie in dem geplanten Höllbergtunnel, eines der schwierigsten Bauwerke für die neue Autobahn.
Einen vergleichbaren Umzug habe es zuletzt 1955 gegeben, bilanzierte BCC-Vereinschronist Manfred Winter. Der damalige Dorfarzt und Karnevalspräsident Dr. Michael Hennes habe die Eichsfelder für die karnevalistische Idee begeistern können. Und außerdem hätten sie nach dem Krieg Nachholebedarf in Sachen Lebensfreude gehabt. Ende der 70er Jahre begann in Battern die Ära des politischen Karneval. "Die vielen Versuche, uns gleichzuschalten, schlugen fehl", so Winter. Maßregelungen jeglicher Art seien unter "närrischer Antifikation der Kontrameduse" abgetan worden. Man sei unabhängig geblieben und habe kurioserweise Mitte der 80er Jahre sogar eine Auszeichnung als "Hervorragendes Volkskunstkollektiv" erhalten, schmunzelte Winter.
Natalie HÜNGER
10.02.2002

BCC möchte Danke sagen!
Als am 10. Februar unseres Jahres 2002 die Türen und Tore aufgingen und die Ergebnisse wochenlangen Nach¬denkens und Arbeitens die Straßen unserer Gemeinde Breitenworbis betraten und befuhren, wurde uns Batter schen Karnevalisten klar, was wir in den Köpfen unserer Mitbürger in den fünf Jahrzehnten angerichtet haben. Aus purer Freude und reinstem Blödsinn formierte sich ein wun¬derschöner Karnevalstroß, der stundenlang bei beschis¬senstem Wetter durch unsere Straßen zog. Der BCC möchte sich bei allen "Aktiven" des Karnevalsum¬zuges mit einer eintrittsfreien Veranstaltung am 07.09.2002 um 20.00 Uhr im Gemeindesaal karnevalistisch herzlich bedanken.
Die Interessierten (Einzelpersonen bzw. Gruppen) melden sich bitte bis zum 15.08.2002 bei Herrn Martin Große unter Tel. 036074/93693 und nennen die Teilnehmerzahl. Die Ausgabe der kostenlosen Eintrittskarten erfolgt am 03.09.2002 um 19.00 Uhr im Thüringer Hof. Der Vorstand des BCC 1952 e. V.

 

TA 11.02.2002 LUSTIGES GEGACKER: Breitenworbis ist bekannt für seine fleißigen Hühner. Klar, dass es sich der "Battersche Hühnerhof" nicht nehmen ließen, beim Jubiläums-Faschingsumzug mitzumachen. TA-Foto: E. JÜNGEL

 

TLZ 11.02.2002 Einen Jahrhundertumzug hatten die Batterschen Karnevalisten versprochen. Sie hielten Wort: Der BCC, seit 27 Jahren von Paul Wand geleitet, entfaltete in der Karnevalshochburg Breitenworbis gestern Nachmittag mit 70 Festwagen und Bildern ein famosen Umzug zum 50-jährigen Karnevalsjubiläum. Da wartete "Don Camillo" (Pfarrer Knopp) auf Peppone, zeigte sich das BCC-Ballett in Geschenkverpackung, wurde per schiefem Turm von Pisa die Pisa-Studie aufgespießt und schaukelte ein Wa(h)lfangschiff mit dem Elferrat über die Umzugsstrecke, an der einige Tausend begeistert mitschunkelten und mitsangen.

 

Battersche Schnallenköppe: Je oller - je doller (TA)

Reizvoll: Kostüme, die die Blicke des närrischen Publikums in den vergangenen 50 Jahren auf sich zogen, präsentierten jetzt noch einmal Mitglieder des Breitenworbiser Karnevalverein (BCC) bei einer Modenschau.

BREITENWORBIS.

Ein dreifach donnerndes "Battern Helau" gab den Startschuss. Nun konnte sie also beginnen, die große Jubiläumssaison des Breitenworbiser Karnevalvereins (BCC) der auf nunmehr 50 erfolgreiche Jahre zurückblicken kann.

Ein Grund für das Battersche Narrenvolk, an diesem ersten Wochenende der fünften Jahreszeit, das vergangene halbe Jahrhundert Revue passieren zu lassen. Am Samstagabend lud der Verein alle Interessierten zu einem großen Festprogramm ein. Viele bekannte Aktive der vergangenen Jahre betraten die Bühne und begeisterten das Publikum mit ihren diesmal etwas anders gestalteten Beiträgen. Dabei berichteten sie von ihren Erlebnissen beim Proben, von Pannen, der Nervosität vor den Auftritten aber auch den Feiern danach. So gaben sie einen ganz persönlichen Rückblick auf die Vereinsgeschichte und gewährten dem Publikum einen Einblick in das Geschehen hinter den Kulissen.

Landrat Werner Henning richtete ebenfalls seine Grußworte an den Verein. Er betonte dabei, dass die Beiträge der "Schnallenköppe", wie die Breitenworbiser Karnevalfreunde genannt werden, schon zu DDR-Zeiten sehr kritisch gegenüber den Machthabern waren. Der Verein habe damit eine beispielhafte Position im Eichsfeld eingenommen.

Auch im Rückblick wurden die Schwierigkeiten mit der Staatssicherheit angesprochen, aber auch, wie man es doch immer wieder schaffte, seine Meinung im karnevalistischen Rahmen zu äußern.

Paul Wand, der seit 1974 Vereinsvorsitzender ist, erklärte, dass ihm nach der Wende oft die Grundlage für politische Kritik abgestritten wurde. Doch seiner Meinung nach fehlt diese Grundlage keineswegs. "Früher wurde die Solidarität zur UdSSR gefordert und heute sollen wir uneingeschränkte Solidarität mit den USA zeigen." Daran sieht man, wie er sagt, dass sich die Probleme in manchen Bereichen gar nicht so sehr geändert haben. Darum soll gerade das auch eines der großen Themen in dieser Saison werden.

Und auch beim großen Festumzug am Faschingswochenende werden sicherlich einige Teilnehmer dieses vieldiskutierte Thema aufgreifen.

Beim Festgottesdienst des Vereins am Sonntag stellte dann Pfarrer Rudolf Knopp sein karnevalistisches Talent mit einer gelungenen Bütt unter Beweis.

Im Anschluss traf sich die ganze Gesellschaft auf dem Gemeindesaal, um pünktlich um 11.11 Uhr in die Festsaison zu starten. Gleichzeitig wurde die Ausstellung zur Vereinsgeschichte mit mehr als 1000 Fotos und Schriften, aber auch historischen Ton- und Bilddokumenten eröffnet, die auch noch in den kommenden Tagen zu sehen sein wird.

Claudia NOLTE

TA: 14.11.2001

 

Über sechzig Wagen rollen zum Jubiläumsumzug
50 Jahre Karneval in Battern wird ordentlich gefeiert

BREITENWORBIS (sma). Sein 50-jähriges Bestehen feiert in diesem Jahr der Battersche Carneval Club. Und da man ja nun schon etwas in die Jahre gekommen ist, lautet das Motto auch „Je oller, je doller". Freuen kann sich das närrische Volk auf zahlreiche Veranstaltungen im Rahmen der Jubiläumssession. Zu den Höhepunkten dürfte sicher auch der große Umzug gehören, der am Sonntag, dem 10. Februar, ab 13.00 Uhr durch den Ort zieht. Schon jetzt wird fleißig und mit viel Fantasie an den Wagen gearbeitet. „Über 60 sind bislang von Gruppen, Vereinen und Geschäftsleuten angemeldet", sagte gestern Vereinspräsident Paul Wand. Besonders freut sich der Karnevalist darüber, dass auch diesmal wieder die Wagenbauer von Firmen unterstützt werden, die beispielsweise zum Bau der Gefährte ihre Hallen zur Verfügung stellen. Faschingsumzüge gibt es in Breitenworbis schließlich auch nur alle fünf Jahre.



ZUM JUBILÄUM: Mindestens eine Woche Arbeit steckt in dem El-ferratsschiff, dass beim Umzug in Breitenworbis präsentiert wird. Auch Präsident Paul Wand bastelt mit. TA-Foto: S. ASCHOFF

 

50 Jahre Karneval in Breitenworbis

Der BCC 1952 e.V. lädt alle zum tollen Jahrhundertereignis ein

Ein Jahrhundertumzug soll es möglichst werden

Das Bild entstand im vergangenen Jahr auf der Treppe vor dem Saal und vermittelt einen Eindruck von der Stimmung, die bei den Batterschen Narren in der Hochsaison aufkommt.

Breitenworbis (ps). Nunmehr seit 50 Jahren feiert Breitenwor bis begeistert Karneval. Und das mit einem der profiliertesten und ältesten eichsfelder Karnevalver¬eine unter dem ehrenden Sym¬bol des „Batterschen Schnallen-koppes" des jahrhundertealten Spitznamens aus lokalpatrioti¬scher Tradition benachbarter Eichsfeldorte. Ein halbes Jahr hundert haben etwa 500 gesel¬lig-aktive Frauen und Männer sowie Kinder und Jugendliche im Zeichen des Batterschen Schnallenkopps für ausgelasse¬nen Frohsinn und kritische Zu¬versicht zur Erbauung der Mit¬menschen gewirkt. Die derzeiti¬ge närrische Battersche Saison mit sieben Sitzungen unter dem Motto „50 Jahre BCC - Je oller, je doller!" ist noch voll im Gange -da wirft bereits der festliche Kar¬nevalumzug am 10. Februar sei ne „tollen" Schatten voraus. Dem Jubiläum der batterschen Narrenzunft angemessen, sollen alle bisherigen elf großen Umzü¬ge der BCC-Geschichte übertrof¬fen - der Umzug möglicherweise

der größte in der Region werden. Dafür arbeiten, seit Monaten im Karnevalsfieber, zahlreiche Ver¬eine, Gruppen und Freundes¬kreise, wie auch Betriebe und In¬stitutionen der Karnevalshoch¬burg Battern sowie befreundete Vereine der Region. Paul Wand, seit 27 Jahren Präsident des BCC, konnte bereits die Anmeldungen von über 60 „Bildern" entgegen nehmen, die sich dem Zuschau¬ern zum Karnevalsjubelumzug präsentieren wollen. Der Karne¬val ist eine integrierte Kraft in Bauern. Freundschaftliches und zugleich von närrischer Begei¬sterung getragenes Zusammen¬wirken verkörpert die leberis wert intakte Dorfgemeinschaft der rund 2.500 Breitenworbiser. Das äußerte sich schon in vielen Bewährungssituationen, zuletzt bei der Sanierung des 300-jähri¬gen Kirchturms. In den kargen Nachkriegsjahren leitete Battern eine Wiedergeburt ungehemm¬ter geselliger Fröhlichkeit ein, die auch auf die Nachbardörfer und 1955 offensichtlich auch auf Worbis übersprang. Mit damali-

ger Begeisterung und enthusia¬stischer Aktivität war bereits den ersten Karnevalsaisons großer Erfolg beschieden. Legendären Ruf erlangte übrigens der Umzug von 1955, zu dem Tausende von weither nach Battern strömten. Die Jahre des kalten Krieges und der SED-Diktatur spiegeln sich in der Vereinsgeschichte wieder: Fluchtwellen und Bedrückung durch Kollektivierung sowie Ab¬grenzung bescherten Frohsinn auf „Sparflamme". Der Karne¬valclub übernahm aktive Ver¬antwortung im Dienst an der Le¬bensfreude in beschränkter Frei¬heit, zum Wohl der Mitmen¬schen.
In den 70-er Jahren erfolgte eine mutige Herausbildung der kri¬tisch politischen Bezugnahme in Form eines politisch-satirischen Kabaretts. Mit der Wiederverei¬nigung konnte man sich das Image als politsatirische Hoch¬burg erhalten, wofür beispiels¬weise solche Saisontitel spre¬chen, wie 1991 „Von der Sichel unter'n Hammer" oder auch 2001 die „Deutsche Leidkultur".

Im vergangenen Jahr stand das närrische Treiben in Breitenworbis unter dem Motto „Deutsche Leidkultur".

Hier sieht man die „Söhne Batterns", die Nachwuchstalente des BCC, in närrischer Aktion.

Beim Umzug der Batterschen Karnevalisten im Jahre 1997 bekam die Verwaltungsgemeinschaft ebenfalls ihr Fett weg. Der Umzug fand zum 45-jährigen Jubiläum statt. Zu sehen ist der Nachbau des Gebäudes der „Verweinungs-Gewaltschaft Ausfeld-Wippereiche"

Schon zu DDR-Zeiten machten die Batterschen Narren vor spitzer Politsatire nicht Halt und bekamen es des öfteren mit der Staatsgewalt zu tun.

AA: 30.01.2002

 

Auftacktveranstaltung TLZ
"Wollt man damals lachen, musst man den Blödsinn selber machen." Laut Paul Wand der Grund, warum sich vor 50 Jahren der Batternsche Carnevalsclub (BCC) gründete. Am Samstagabend eröffnete der Präsident offiziell mit einem dreifachen "Battern Helau" die Jubiläumssaison. Kein Platz im Saal war leer geblieben.
Die Närrinnen und Narren machten auch in diesem Jahr ihrem Ruf, einen sehr guten politischen Karneval zu machen, wieder alle Ehre. Helmut Grimm beleuchtete das Jahr aus der Sicht des Schnallekoppes. Ihm machte der PISA-Test nicht zu schaffen. Denn die Jugend von heute habe eine zweifelhafte Karriere vor sich: von der Schulbank zum Azubi und über ABM direkt in den Vorruhestand. Statt dessen beklagte er die mangelnde Motivation der Deutschen, Italiener etwa seien da fröhlicher. "Die tun zwar auch nichts, aber die singen dabei." Kopfzerbrechen machten ihm auch die Treffen des Kanzlers mit dem Staatschef Putin: "Schröder kriegt den noch so weit, dass er die DDR wieder zurücknimmt".
Die erste Sitzung war zugleich wieder Generalprobe. Denn selbst der Präsident lässt sich vom Programm überraschen. Und das war schon immer so, auch zu DDR-Zeiten.
Auch dieser Tage gehen den BCC die Themen nicht aus. "Die Welt fordert gerade dazu heraus", so Wand, der seit 27 Jahren Präsident des Karnevalclubs ist. Und das meint offensichtlich auch das Publikum. Der Saal ist jedes Jahr bei den Büttenabenden bis auf den letzten Platz ausverkauft. Bis zum Festumzug, der in Battern am Sonntag 10. Februar stattfindet, nehmen die Narren noch diverse Male Politiker und die Sorgen des Alltags auf die Schippe.
Sabine SPITZER

 

Im Osten geht alles schneller
Polit-Karneval vom Feinsten in Battern


Breitenworbis. (tlz/mok) „Vorsicht, bissiger Mund" warnt der Breitenworbiser Carneval-Club mit Beginn der närrischen neuen Saison alle seine Gäste. Und zurückgeschreckt wird vor nichts und niemandem. Die Sorge, daß sie sich mit ihrem Biß in der Bütt den Mund verbrennen, haben die Batterschen Närrinnen und Narren um Präsident Paul Wand auch nicht im 46. Jahr des BCC. Und weil diese Sorge im Karneval ohnehin unbegründet ist, kann's so richtig zur Sache gehen. Was auch geschah am Samstag bei der 1. Sitzung (von zwölf folgenden, die alle ausverkauft sind). Karneval ist ein politisches Instrument. Das ist das traditionelle Credo des BCC und bedeutet Polit-Karneval vom Feinsten. Ob der Battersche Schnallenkopp (Helmut Grimm), ein Penner, der „lieber Scheine" nimmt (Gerhard Fiedler) oder der Weihnachtsmann (Paul Wand), der die Konsumfülle der neuen Zeit im Sack hatte alle brennenden Themen wurden beleuchtet, alle Staatsmänner karikiert. Da zwischen spornte Bernd Löffler mit „alten Kamellen" zum Schunkeln an und verbreitete die Funkengarde mit feurigem Cancan einen Hauch von Folies-Bergére. Das erste Mal dabei waren die Jung-Funken, angeleitet von Petra Fusch.
Die Gruppe Löffler machte klar, daß im Osten alles etwas schneller geht. Die Frauen kriegen ihre Kinder noch vor der Rente, die Schüler machen nach 12 Jahren Abitur, und jeder weiß, daß im Osten die Sonne erwacht. „Wir sind viel zu bescheiden", erkannten die Sänger und beklagten, daß „uns trotzdem nicht jeder leiden" kann. Für sie steht fest: „Daß wir irgendwann die Sieger sind, läßt sich nicht vermeiden."

Batterns Zukunft beim Bund: Die nicht Immer rühmliche Rolle, die die Bundeswehr spielt, nahm
beim Karneval in Breitenworbis die Gruppe Kohl aufs Korn. Foto: tlz/Köckritz