Geschichte


Mottos und Orden des BCC 1952e.V.

Karnevalschlager

 

"Battern Helau!"
Seit 50 Jahren feiert Breitenworbis begeistert Karneval, gestaltet von einem der profiliertesten und ältesten Eichsfelder Karnevalvereine unter seinem ehrenden Symbol des "Batterschen Schnallenkopp", des jahrhundertealten Spitznamens aus lokalpatriotischer Tradition benachbarter Eichsfeldorte.

Aus der Vereinsgeschichte des BCC 1952 e.V.
50 Jahre Batterscher Karneval widerspiegeln zugleich markant die über Land und Leute sich ergießende politisch-wirtschaftliche Zeitgeschichte. Als dörflicher Kulturfaktor wider den tierischen Ernst erweist sich der BCC in seiner Vereinshistorie zugleich als Kind und mündiger Kritikaster gesellschaftlicher Auf-, Zu- und Miss-Stände.
Gründung des Batterschen Karnevals 1952
Von sprichwörtlichem Frohsinn und geselliger Feierlust der Eichsfelder zeugt ein reiches Breitenworbiser Vereinswesen seit Zerfall alter Hörigkeiten Mitte des 19. Jahrhunderts, obwohl unseren Vorfahren mit dem technischen Fortschritt das "Armenhaus Deutschlands" und Broterwerb in der Fremde beschert war.
In der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts bewirkten Bedrückung, Not, Gewalt, Schrecken sowie Trauer durch Weltwirtschaftskrise, Nazidiktatur und zwei Weltkriegshöllen Niedergang oder gar Auslöschung des Vereinslebens. Ein Aufkeimen der Gemeinschaften war erst nach Überwindung der schwersten Nachkriegsjahre möglich, als von Hand, Kopf und Herz Selbstgemachtes das Überleben sicherte und aktive Lebensfreude in beschränkter Freiheit zurückgewann. Erste Sängerbälle mit fröhlichen Vorträgen und Possen wie auch Rosenmontagserlebnisse am Rhein stimulierten einige mit dem gewissen Etwas veranlagte battersche Geister: "Bauern... Helau!"
So geht die Formierung einer Narrenzunft in Bauern auf das Jahr 1952 zurück, als sich unbeirrbare Frohnaturen um den Freundeskreis Erich und Willi Kaufmann, Willi Wieg, Paul Steinhardt u.a. entschlossen, am Rosenmontag 1953 ihr närrisches Beketnntnis mit einem urigen Masken-Zug zu offenbaren.
Dieses jahrzehntelang zuvor undenkbare öffentliche Gaudium leitete nach den kargen Nachkriegsjahren eine Wiedergeburt ungehemmter geselliger Fröhlichkeit der Dorfbewohner ein, auch auf Nachbardörfer und 1955 offensichtlich auf die Kreisstadt Worbis überspringend.
Entwicklung des Vereins "BCC 1952 e.V."
Von der tollen Offenbarung Batterscher Narren am Rosenmontag 1953 begeistert, übernahm der aus der Nähe von Bonn stammende Dorfarzt Dr. Michael Hennes als aktiver Förderer und erster Elferratspräsident die Sammlung und stabsmäßige Führung karnevalistisch begabter Batterscher Schnallenköppe, einschließlich des bayovarischen SED-Bürgermeisters Jose "Sepp" Wenzl.

Schon der Karneval 1953/54 wurde, trotz armer Zeiten, zu einer Prachtsaison mit begeisternden Büttensitzungen und dem ersten Großen Rosenmontagszug. Dieses Debüt wurde 1954/55 an Farbigkeit und Perfektion noch überboten: Ideenreiche Büttensitzungen fanden ungeteiltes Lob in der Presse - und Tausende strömten nach Battern, um den Rosenmontagszug mit Seiner Tollität Prinz Karneval von Battern, Maximilian II. und Ihrer Lieblichkeit Ruth I. zu erleben; Zeugen berichten von Enthusiasten, die über 20 km Fußmarsch auf sich nahmen. Die Karneval-Saison 1955/56 stand unter Regentschaft von Heinz I. und Betty I. Bereits in diesen Anfangsjahren zeichnet sich die Konzentration der Batterschen Karnevalisten auf sorgfältige, vielseitige närrische Programme der Elferratssitzungen ab, immer wieder von der Presse hervorgehoben.
1977...1961: Diese prekäeren DDR-Jahre des kalten Krieges, diktatorischer Reglementierung durch das SED-Regime, politischer Verunsicherung und enormer Fluchtwellen in den "Westen" überstand der Battersche Karneval mit "Frohsinn auf Sparflamme", bevor er nach dem Schock der Ulbricht'schen Einmauerung von 1961 allen Widrigkeiten zum Trotz als Überlebens-Mittel wieder ab 1962 zum Blühen gebracht wurde und in der Folge als "Aktiv Karneval" des "Dorfclub" Breitenworbis für das Gemeinwohl wirkte. Ein Generationswechsel leitete die Weiterentwicklung ein.

Ab 1975 ist ein markanter Entwicklungs-"Schub" des BCC zu verzeichnen, sich in der Folge zum unerwünscht kritischen Politkarneval profilierend.
Dass mutige Battersche Narren hinter ihren Masken unfreiheitlich herrschende Ideologen und marode Zustände der größten und stärksten DDR der Welt spitzfindig karikierten, ohne sich einer Zensur zu unterwerfen, rief nicht nur ein heiß interessiertes närrisches Publikum auf den Plan... Ideologische Diktate von in Worbis installierten machtausübenden bewaffneten Organen der "Diktatur des Proletariates" wurden mit gebührenden geistigen Seitenhieben durch die Batterschen Jecken "umgesetzt" und vom närrischen Publikum freiheitsdrängend quittiert, Eintrittskarten gab es nur noch von Hand zu Hand... Diese herausragende Entwicklung der batterschen Programmgestaltung fand in den Jahren vor der "Wende" ihren Ausdruck in politsatirischen Saison -Titeln wie "Battern - eine bleibende Festung (1983) - "Wir lassen uns das Klima nicht vermiesen" (1985") - "Vorsicht, frisch gestrichen" (1986) - "Battersche Spitzen-Techno-logen" (1987) - "Laßt uns leben" (1989)

1990 ff:
Seit der "Wende" und Wiedervereinigung galt es, unter den vielseits veränderten freiheitlichen Bedingungen das hart erarbeitete Image des Vereins als politsatirische Hochburg weiter zu entwickeln, wie gleichfalls am Motto der Folgejahre zu verfolgen ist, z. B. 1991: "Von der Sichel unter'n Hammer" - 2001: "Deutsche Leidkultur" ..

Eintragung des "BCC 1952 e.V." im Vereinsregister
Zu 'sozialistischen' DDR-Zeiten waren freie "bürgerliche" Vereine nicht im 'Plan'. So arbeitete unser Karnevalsclub ab Mitte der 60er Jahre als "Aktiv Karneval des Dorfclub Breitenworbis".
Trotz unerwünschter freiheitlicher Töne und Unabhängigkeit würdigte man unsere Leistungen als "Hervorragendes Volkskunstkollektiv". Die Batterschen Karnevalsfreunde gaben sich bereits 1986 eine Satzung in Anlehnung an freies deutsches Vereinsrecht, bevor nach der Wiedervereinigung die Eintragung als freier Verein beim Amtsgericht Worbis beantragt werden konnte. Nach 4 Jahrzehnten aktiver Arbeit zum Gemeinwohl erhielt der Battersche Carneval Club den Status eines freien, gemeinnützigen Vereins: BCC 1952 e.V. Die Eintragung erfolgte 1992 im Vereinsregister unter Nr. 180 mit abschließender Bestätigung über die Rechtmäßigkeit vom 13.08.2001.
Die tolle "Battersche Narrhalla"
Der Neuaufbau des Saals 1998/99 brachte dem BCC und seinem treuen Publikum nie dagewesene Rahmenbedingungen für das Karnevalfeiern in der "Batterschen Narrhalla". Dies ist dem Verein zugleich Chance und Verpflichtung, 50 Jahre erfolgreicher Entwicklung mit der frischen Kraft und Vision unserer jugendlichen Karnevalsfreundinnen im Dienst der Lebensfreude fortzusetzen.